Stillen und Rauchen trotz Nikotinsucht

Dass man am besten schon vor der Schwangerschaft zum Nichtraucher werden sollte, ist bekannt. Doch wie sieht es nach der Geburt aus. Rauchen und Stillen – verträgt sich das? Die Folgen der Nikotinsucht wirken sich unter Umständen bei einer stillenden Mutter vielfältig aus. Zuerst möglicherweise bei ihr selbst (Stillfähigkeit) und dann auch ganz entscheidend bei dem Säugling.

Das Nervengift Nikotin hat laut Experten einen starken Einfluss auf die Milch bildenden Hormone. Dadurch kommt der Milcheinschuss wohl später und spärlicher. Ebenso kann die hormonell gesteuerte Stillwilligkeit der Mutter negativ beeinflusst werden.

Die Muttermilch ist für jeden Säugling ein wichtiges Startkapital. Sie enthält spezifische Antikörper und Immunzellen, die das Baby vor Krankheiten schützen, noch bevor das kindliche Immunsystem selbst solche Stoffe bilden kann. Auch gegen Infektionskrankheiten im frühen Säuglingsalter ist das Baby durch Stoffe der Muttermilch geschützt (Lysozym, Laktoferrin). Fehlen diese Stoffe, erkrankt das Baby in einem empfindlichen Alter eher an Infektionen. Der Wert des Stillens an sich steht also außer Frage. Allerdings werden in der Muttermilch neben vielen wichtigen Stoffen bei Raucherinnen auch gesundheitsgefährdende Stoffe direkt an das Kind weitergegeben, und zwar in hohen Konzentrationen. Das führt angeblich zu vielen körperlichen Reaktionen beim Kind, die selten in einen direkten Zusammenhang mit dem Rauchen der Mutter in Verbindung gebracht werden. Die Kinder trinken dann zum Beispiel schlecht, sie sind unruhig, weinen und erbrechen häufig und leiden an Bauchschmerzen. Man sieht also, dass das Nichtrauchen der Eltern eventuell viel Stress erspart. Durch eine frühzeitige Rauchentwöhnung wird die Gesundheit von Eltern und Kind wahrscheinlich gestärkt.

Wie bei der rauchenden Mutter führt das Nikotin auch im Körper des Babys nicht selten zu einem erhöhten Stoffwechsel. Die Entgiftungsorgane müssen schon in frühester Jugend verstärkt arbeiten. Stillkinder von Raucherinnen nehmen mit jeder Brustmahlzeit auch krebserregende Stoffe, zum Beispiel Dioxine, Benzpyrene, Nitrosamine und Schwermetalle, auf. Inwieweit diese Stoffe am erhöhten Auftreten von Krebs bei Kindern beteiligt sind, kann nur vermutet werden. Sicher ist nach Angaben von Ärzten, dass Babys von Raucherinnen verstärkt unter Atemwegserkrankungen (Asthma, Krupphusten) leiden und überdurchschnittlich oft zu den Opfern des plötzlichen Kindstods gehören sollen.

Am günstigsten ist die totale frühzeitige Raucherentwöhnung der Eltern. Wer den Nikotinentzug vor der Schwangerschaft geschafft hat, sollte möglichst auch während der Stillzeit rauchfrei leben. Auch für Gäste gilt im Haus mit Säuglingen ein totaler Rauchstopp, denn auch passiv rauchen Babys mit.