Spritze gegen Rauchen aufhören

Unzählige Raucher sind sich mittlerweile bewusst, was sie ihrem Körper mit dem täglichen Zigarettenkonsum zumuten können. Viele haben bereits Schäden und leiden an Herz- und Kreislauferkrankungen, Atemnot, Bronchitis oder Asthma. Sie wollen Nichtraucher werden, bevor es vielleicht zu spät ist. Außerdem ist der Tabakkonsum nicht billig. Doch der Weg zur Rauchentwöhnung ist schwierig. Was hat man schon alles versucht. Vom totalen Rauchstopp bis hin zu Mitteln aus der Apotheke, die man aus der Werbung kennt. Und im Fernsehen verspricht mal wieder ein Dr. die Befreiung von der Nikotinsucht durch das Bestellen seines Produkts. Während den einen mit solchen Mitteln die Raucherentwöhnung gut gelingt, sind andere damit erfolglos. Ein neues Mittel soll diesen Patienten nun helfen. Kann man wirklich erfolgreich durch eine Spritze ins Ohr gegen die Gewohnheit zu Rauchen vorgehen und wie funktioniert das?

Die Sucht zum Nikotin entsteht im Gehirn. Wenn der Körper sich an eine bestimmte Konzentration des Suchtmittels gewöhnt hat, fordert das Gehirn automatisch Nachschub, sobald der Pegel des Suchtstoffes sinkt. Man möchte Nikotin Inhalieren und hat „Lust“ auf eine Zigarette. Wenn der Raucher nun standhaft bleibt, weil er rauchfrei werden möchte, greift das Gehirn gewöhnlich mit steigendem Nikotinentzug zu stärkeren Signalen. Diese werden von Neurotransmittern im Gehirn in immer stärkerem Maße gesendet, bis man endlich nachgibt. Und wieder ist das Projekt Nichtrauchen gescheitert.

Hier setzen die Spritzen gegen Rauchen ein, die inzwischen mehrere Ärzte entwickelt haben. Das Mittel wird jeweils mit einer Spritze in Akupunkturpunkte, vorzugsweise am Ohr, eingespritzt. Hier handelt es sich nicht um eine Impfung, denn es wird nicht die Bildung von Antikörpern angeregt. Die vom Doktor eingespritzten Mittel sollen die entsprechenden Neurotransmitter im Gehirn hemmen. Dadurch unterbleiben die Anforderungssignale und der Ex-Raucher kann standhaft bleiben.

Doch auch hier setzen die Anbieter meist nicht nur auf die medizinische Beeinflussung des Gehirns, sondern auch auf das Bewusstsein des Rauchers. Die Injektion gibt es in der Regel im Paket mit einer Sitzung, bei der eine gruppendynamische Beeinflussung der Gewohnheit von Rauchern genutzt wird. Ebenso kann Hypnose ein Teil der Kombinationstherapie sein. Wem die Kosten einer solchen Behandlung nicht günstig erscheinen, muss der Patient berücksichtigen, dass eventuell mit einer einzigen Behandlung sofortiger Erfolg versprochen wird. Ein Ersatz der Kosten durch die Krankenkasse ist nicht üblich. Berechnen muss man bei dem Kosten-Nutzen-Vergleich jedoch auch die erheblichen Einsparungen an Tabakwaren über die nächsten Jahre und den Mehrwert an Gesundheit.