Nichtraucherseminar

Es hört sich so einfach an. Man geht zu einem Nichtraucherseminar, schaut sich einen Film über Raucherentwöhnung an und bekommt noch mal eindringlich erklärt, warum Tabakkonsum wirklich schädlich ist. Die Kursteilnehmer sprechen z.B. markige Überzeugungssätze nach Anleitung aus und fühlen sich toll. Dann bezahlt jeder seinen Kurs, vielleicht auch noch ohne Geld zurück Garantie und geht nach Hause. Und jetzt? Wetten, dass die meißten nach drei Tagen wieder anfangen, zu rauchen?

Ein Nichtraucherseminar, das mit einer einzigen Sitzung auskommt, wird wahrscheinlich nutzlos sein, auch wenn der Coach seine Botschaft witzig und unterhaltsam verpackt rüberbringt. Der Ex-Raucher ist zu Hause wieder allein dem Nikotinentzug und dessen Nebenwirkungen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgesetzt. Das Einzige, was in so einer Einmalsitzung meistens erreicht werden kann, ist die Einsicht, dass man Nichtraucher werden will. Die hat man aber in der Regel schon vorher, sonst hätte der Patient sich nicht für das Seminar angemeldet.

Anders sieht es mit Nichtraucherseminaren aus, die eine Rauchentwöhnung in ihrer gesamten Dauer begleiten. Hier wird kein sofortiger Rauchstopp nach dem ersten Seminartag versprochen. In festen Gruppen treffen sich die Seminarteilnehmer während der gesamten Kursdauer unter Anleitung der Seminarleiter. Der Coach erklärt während der verschiedenen Sitzungen alles übers Entwöhnungsprogramm. Diese Aufklärung beginnt mit den biologischen Prozessen, die der Tabakkonsum im Körper auslöst, bis zu den zu erwartenden Nebenwirkungen des Nikotinentzugs. Außerdem werden umsetzbare Verhaltensweisen vermittelt, die einem helfen können, vom schädlichen Hobby loszukommen. Gemeinsam ist es oft einfacher, mit den Verlockungen und Rückschlägen der Nikotinsucht umzugehen. Erfahrungen werden ausgetauscht und Vorgehensweisen besprochen, kurz, es wird zusätzlich die Gruppendynamik genutzt, um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen. Ähnliches kennt man von anderen Suchthilfegruppen, die inzwischen eine breite Anerkennung gefunden haben. Häufig wird unterstützend passende Literatur angeboten.

Solche Gruppenseminare können durchaus helfen, rauchfrei zu werden und das Nichtrauchen auch durchzuhalten. Man muss sich klar sein, dass ein hilfreiches Coaching in diesem Fall nur vom Fachpersonal durchgeführt werden sollte. Eine qualitativ nützliche Begleitung kann beispielsweise ein ausschließlich rhetorisch ausgebildeter Student nicht unbedingt leisten. Ehemalige Raucher die eine Prüfung als Psychotherapeut oder Sozialpädagoge abgeschlossen haben, sind dagegen ernst zu nehmende Seminarleiter.

Der Weg zum dauerhaften Nichtraucher erfordert neben Einsicht auch den festen Willen, die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Erfahrungsgemäß fällt den Menschen das in einer Gruppe mit Leidensgenossen viel einfacher. Deshalb sind solche Nichtraucherkurse auch eine gute Möglichkeit erfolgreich das Rauchen zu beenden.